Kategorie: Fachwissen

Fachbeiträge zu Brandschutzorganisation, Begehung, Arbeitsstätten und Rauchausbreitung.

  • Rauchausbreitung im Gebäude: Welche Rolle Türen, Brandlast und Geometrie spielen

    Rauchausbreitung im Gebäude: Welche Rolle Türen, Brandlast und Geometrie spielen

    Fachplanung · Rauch

    Rauchausbreitung im Gebäude: Welche Rolle Türen, Brandlast und Geometrie spielen

    Die meisten Brandopfer sterben nicht an den Flammen, sondern an Rauchgasen. Wer versteht, wie sich Rauch bewegt, plant Rettungswege und Abschlüsse wirksamer.

    BROSIQ Fachwissen · von Sascha Broedel, Sachverständiger und Fachplaner Brandschutz (TH)

    Kurz gesagt: Heißer Brandrauch steigt auf, breitet sich unter der Decke aus und füllt Räume von oben nach unten. Wie schnell er Flure und Treppenräume erreicht, entscheiden vor allem Türen, die Brandlast und die Raumgeometrie.

    Infografik: Rauchausbreitung im Gebäude – Einfluss offener und geschlossener Türen

    Warum Rauch die größte Gefahr ist

    Brandrauch enthält Kohlenmonoxid, Blausäure und weitere toxische Bestandteile. Schon nach wenigen Atemzügen können Orientierung und Handlungsfähigkeit verloren gehen. Gleichzeitig nimmt die Sicht innerhalb kurzer Zeit so stark ab, dass auch bekannte Wege nicht mehr gefunden werden. Für die Selbstrettung zählt deshalb vor allem, wie lange Rettungswege rauchfrei bleiben.

    Wie sich Rauch ausbreitet

    1. Aufsteigen: Über dem Brandherd bildet sich eine heiße Rauchsäule, die Umgebungsluft mitreißt und dadurch an Volumen gewinnt.
    2. Ausbreiten unter der Decke: An der Decke strömt der Rauch horizontal weiter, bis er auf Wände oder Unterzüge trifft.
    3. Absinken: Die Rauchschicht wird dicker und sinkt Richtung Boden. Die raucharme Schicht darunter ist der Bereich, in dem Menschen noch flüchten können.
    4. Weiterströmen: Erreicht die Rauchschicht die Oberkante einer Öffnung, strömt sie in angrenzende Räume, Flure oder Treppenräume.

    Einflussfaktor Türen

    Eine einzige offene Tür kann über die Rauchfreiheit eines Treppenraums entscheiden. Darum fordern die Bauordnungen und die Muster-Richtlinien für Treppenräume und notwendige Flure dicht- und selbstschließende Türen oder Rauchschutztüren nach DIN 18095. In der Praxis sind verkeilte Türen einer der häufigsten Mängel bei Brandschutzbegehungen – mit direkter Wirkung auf die Rauchausbreitung.

    Einflussfaktor Brandlast

    Wie viel Rauch entsteht, hängt von Art und Menge der brennbaren Stoffe ab. Ein Büro mit Papier und Möbeln verhält sich anders als ein Lager mit Kunststoffverpackungen oder eine Werkstatt mit brennbaren Flüssigkeiten. Kunststoffe erzeugen in kurzer Zeit große Mengen dichten, toxischen Rauch. Die Nutzung eines Raums ist deshalb der wichtigste Ausgangswert jeder Betrachtung.

    Einflussfaktor Geometrie

    • Raumhöhe: Hohe Räume bieten ein größeres Rauchreservoir – die raucharme Schicht bleibt länger erhalten.
    • Raumgröße und Verbindungen: Offene Grundrisse, Galerien und Lufträume verteilen Rauch schnell über mehrere Bereiche.
    • Unterzüge und Deckenschürzen: Sie können Rauch kurzzeitig aufhalten oder gezielt in Abschnitte lenken.
    • Öffnungen nach außen: Fenster und Rauchabzugsöffnungen verändern die Strömung erheblich – im Guten wie im Schlechten.

    Was das für die Praxis bedeutet

    Fachplaner und Sachverständige bewerten im Brandschutzkonzept, ob Rettungswege ausreichend lange nutzbar bleiben und wo Abschlüsse oder Rauchabzug nötig sind. Brandschutzbeauftragte sorgen im Betrieb dafür, dass diese Planung nicht durch offene Türen oder neue Brandlasten unterlaufen wird. Feuerwehren nutzen das Verständnis der Rauchausbreitung für Einsatztaktik, Belüftung und Menschenrettung.

    Rauchausbreitung sichtbar machen

    Mit dem BROSIQ Brandsimulator lässt sich die Rauchausbreitung in eigenen Gebäudemodellen nachvollziehen: Brandraum frei wählen, Türen öffnen oder schließen, Nutzung und Brandlast festlegen und die Entwicklung in 2D und 3D verfolgen – für Ingenieurbüros, Fachplaner und Feuerwehren.

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    Häufige Fragen

    Wie schnell kann ein Raum verrauchen?

    Das hängt stark von Brandlast, Raumgröße und Öffnungen ab. In kleinen Räumen mit schnell brennenden Stoffen kann die Rauchschicht innerhalb weniger Minuten bis in Kopfhöhe absinken.

    Hilft es, Fenster zu öffnen?

    Nicht pauschal. Zusätzliche Zuluft kann den Brand anfachen und die Strömung in Richtung Rettungswege lenken. Belüftung gehört in die Hand der Feuerwehr oder in eine geplante Rauchabzugsanlage.

    Ersetzt eine Simulation die Planung nach Bauordnung?

    Nein. Sie hilft, Annahmen zu prüfen, Varianten zu vergleichen und Ergebnisse anschaulich zu vermitteln – etwa gegenüber Bauherren, Betreibern oder in der Ausbildung.

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  • Feuerlöscher nach ASR A2.2: Löschmitteleinheiten richtig berechnen

    Feuerlöscher nach ASR A2.2: Löschmitteleinheiten richtig berechnen

    Arbeitsstätten · ASR A2.2

    Feuerlöscher nach ASR A2.2: Löschmitteleinheiten richtig berechnen

    Wie viele Feuerlöscher ein Betrieb braucht, ist keine Schätzfrage. Die ASR A2.2 gibt ein klares Rechenverfahren vor – hier Schritt für Schritt mit Beispiel.

    BROSIQ Fachwissen · von Sascha Broedel, Sachverständiger und Fachplaner Brandschutz (TH)

    Kurz gesagt: Die Grundausstattung richtet sich nach der Grundfläche und wird in Löschmitteleinheiten (LE) angegeben. Aus dem Löschvermögen jedes Feuerlöschers ergeben sich seine LE. Zusätzlich soll der Weg zum nächsten Feuerlöscher möglichst nicht mehr als 20 Meter betragen.

    Infografik: Löschmitteleinheiten nach ASR A2.2 berechnen – Rechenbeispiel Büroetage 450 m²

    Grundlage: ASR A2.2

    Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ konkretisiert die Arbeitsstättenverordnung. Sie beschreibt, wie Arbeitgeber Feuerlöscheinrichtungen bemessen, auswählen und bereitstellen. Wer sich an die ASR hält, kann davon ausgehen, die Anforderungen der Verordnung zu erfüllen.

    Schritt 1: Brandgefährdung beurteilen

    Ausgangspunkt ist die Gefährdungsbeurteilung. Für Bereiche mit normaler Brandgefährdung – etwa Büros, Verkaufsräume ohne besondere Brandlasten oder Werkstätten ohne brennbare Flüssigkeiten in größeren Mengen – gilt die Grundausstattung. Bei erhöhter Brandgefährdung sind zusätzliche Maßnahmen festzulegen, zum Beispiel mehr Löschmitteleinheiten, geeignete Löschmittel für die konkreten Stoffe oder weitere Brandschutzhelfer.

    Schritt 2: Löschmitteleinheiten nach Grundfläche

    Maßgeblich ist die Grundfläche der Arbeitsstätte. In mehrgeschossigen Gebäuden ist zusätzlich in jedem Geschoss mindestens ein Feuerlöscher bereitzustellen.

    Grundfläche bisLöschmitteleinheiten (LE)
    50 m²6
    100 m²9
    200 m²12
    300 m²15
    400 m²18
    500 m²21
    600 m²24
    700 m²27
    800 m²30
    900 m²33
    1.000 m²36
    je weitere 250 m²+ 6

    Schritt 3: Löschvermögen in LE umrechnen

    Auf jedem Feuerlöscher ist das Löschvermögen angegeben, etwa 43A 183B. Ergeben sich für Brandklasse A und B unterschiedliche Werte, ist der niedrigere anzusetzen.

    LELöschvermögen ALöschvermögen B
    15A21B
    28A34B
    3–55B
    413A70B
    5–89B
    621A113B
    927A144B
    1034A–
    1243A183B
    1555A233B

    Schritt 4: Verteilung und 20-Meter-Regel

    Die Summe der LE allein reicht nicht. Feuerlöscher müssen gut sichtbar, leicht erreichbar und gekennzeichnet sein. Die tatsächliche Laufweglänge bis zum nächsten Feuerlöscher soll möglichst nicht mehr als 20 Meter betragen. In verwinkelten Grundrissen ergibt sich daraus oft eine höhere Anzahl, als die reine LE-Rechnung verlangt. In mehrgeschossigen Gebäuden muss in jedem Geschoss mindestens ein Feuerlöscher bereitstehen.

    Rechenbeispiel: Büroetage mit 450 m²

    • Normale Brandgefährdung, Grundfläche 450 m² → Tabelle: bis 500 m² = 21 LE
    • Gewählt: Schaumlöscher 6 l mit 27A 144B = 9 LE je Gerät
    • 21 LE ÷ 9 LE = 2,33 → 3 Feuerlöscher (27 LE)
    • Prüfung der Laufwege: Liegt ein Arbeitsplatz weiter als 20 m vom nächsten Gerät entfernt, ist ein weiterer Feuerlöscher nötig.

    Weitere Punkte aus der ASR A2.2

    • Löschmittel passend wählen: In Büros haben sich Wasser- oder Schaumlöscher bewährt; Pulver verursacht in Innenräumen hohe Folgeschäden. Für elektrische Anlagen kommen zusätzlich CO₂-Löscher in Betracht.
    • Brandschutzhelfer: In der Regel 5 % der Beschäftigten; bei erhöhter Brandgefährdung oder vielen Publikumsbesuchern mehr.
    • Instandhaltung: Feuerlöscher sind regelmäßig, mindestens alle zwei Jahre durch eine sachkundige Person zu prüfen, bei starker Beanspruchung häufiger.

    Häufige Fragen

    Wird je Geschoss gerechnet?

    Die Tabelle bezieht sich auf die Grundfläche der Arbeitsstätte. Weil in jedem Geschoss mindestens ein Feuerlöscher bereitstehen muss und die 20-Meter-Regel gilt, wird in der Praxis meist geschossweise geplant.

    Darf ich statt vieler kleiner Geräte wenige große einsetzen?

    Rechnerisch ja, solange die Laufwege von höchstens etwa 20 Metern eingehalten werden und die Geräte von den Beschäftigten sicher bedient werden können. Sehr schwere Geräte sind für ungeübte Personen oft ungeeignet.

    Was gilt bei erhöhter Brandgefährdung?

    Die Grundausstattung ist dann der Mindestwert. Zusätzliche Maßnahmen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung, etwa mehr LE, spezielle Löschmittel oder ortsfeste Löschanlagen.

    Brandschutz im Betrieb im Griff behalten

    BROSIQ unterstützt Brandschutzbeauftragte bei Begehung, Mängelbericht und Nachverfolgung – damit fehlende oder überfällige Feuerlöscher nicht untergehen.

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  • Brandschutzbegehung digital dokumentieren: vom Foto zum Mängelbericht

    Brandschutzbegehung digital dokumentieren: vom Foto zum Mängelbericht

    Brandschutzbeauftragte · Begehung

    Brandschutzbegehung digital dokumentieren: vom Foto zum Mängelbericht

    Eine Begehung ist nur so gut wie ihre Dokumentation. Was in einen belastbaren Mängelbericht gehört und wie der Weg vom Foto bis zur erledigten Maßnahme kurz bleibt.

    BROSIQ Fachwissen · von Sascha Broedel, Sachverständiger und Fachplaner Brandschutz (TH)

    Kurz gesagt: Brandschutzbeauftragte müssen Mängel nicht nur finden, sondern so dokumentieren, dass der Betreiber handeln kann und die Erledigung später nachweisbar ist. Ort, Foto, Bewertung, Zuständigkeit und Frist gehören zu jedem Mangel – direkt vor Ort erfasst.

    Infografik: Brandschutzbegehung digital dokumentieren – vom Foto zum Mängelbericht mit BROSIQ

    Warum die Dokumentation so wichtig ist

    Nach DGUV Information 205-003 gehören regelmäßige Brandschutzbegehungen zu den Kernaufgaben des Brandschutzbeauftragten. Er berät den Arbeitgeber, meldet Mängel und schlägt Maßnahmen vor. Die Verantwortung für die Beseitigung bleibt beim Arbeitgeber bzw. Betreiber – umso wichtiger ist ein Bericht, der eindeutig zeigt, was festgestellt wurde, wo und bis wann es behoben werden soll.

    Spätestens nach einem Schadenfall, bei einer Behördenbegehung oder einem Termin mit dem Sachversicherer zählt nur, was dokumentiert ist. Ein Satz wie „Brandschutztür defekt“ ohne Ort, Foto und Datum hilft dann niemandem.

    Was in jeden Mängelbericht gehört

    • Objekt, Datum, Teilnehmer der Begehung
    • Genauer Ort: Gebäude, Geschoss, Raum oder Achse – so, dass ein Haustechniker den Mangel ohne Rückfrage findet
    • Foto des Mangels, bei Bedarf mit Übersicht und Detail
    • Beschreibung und Bewertung: Was ist der Soll-Zustand, was weicht ab? Wo sinnvoll mit Bezug auf das Regelwerk, z. B. ASR A2.2, ASR A2.3, DIN 14096 oder die Baugenehmigung
    • Priorität: sofort, kurzfristig, mittelfristig
    • Zuständigkeit und Frist für die Beseitigung
    • Erledigungsvermerk mit Datum, idealerweise mit Foto des behobenen Zustands

    Typische Mängel bei Begehungen

    • verkeilte oder blockierte Feuer- und Rauchschutztüren
    • zugestellte Flucht- und Rettungswege, verdeckte Sicherheitskennzeichnung
    • Feuerlöscher mit abgelaufener Prüfung, fehlend oder nicht erreichbar
    • offene Durchführungen in Wänden und Decken nach Nachinstallationen
    • Brandlasten in Treppenräumen und Fluren, z. B. Kartonagen oder Möbel
    • Lithium-Ionen-Akkus, die unbeaufsichtigt an ungeeigneten Stellen geladen werden

    Wo Papier und Excel an Grenzen stoßen

    Der klassische Ablauf kennt jeder: Notizen auf dem Klemmbrett, Fotos auf dem Handy, abends alles in eine Tabelle oder ein Word-Dokument übertragen. Das kostet Zeit und erzeugt Fehler – Fotos werden falsch zugeordnet, Ortsangaben bleiben vage, und beim nächsten Termin weiß niemand mehr sicher, welche Punkte offen sind.

    Ein schlanker digitaler Ablauf

    1. Vor Ort erfassen: Mangel fotografieren, Ort und Beschreibung direkt eingeben – bei Bedarf per Spracheingabe, damit die Hände frei bleiben.
    2. Bewerten: Priorität, Regelwerksbezug, Zuständigkeit und Frist ergänzen.
    3. Bericht erzeugen: Der PDF-Bericht entsteht aus den erfassten Daten, ohne Abtippen.
    4. Bereitstellen: Der Betreiber sieht die offenen Punkte über ein Portal statt über E-Mail-Anhänge.
    5. Nachverfolgen: Bei der nächsten Begehung werden offene Punkte geprüft und als erledigt dokumentiert.

    So unterstützt BROSIQ

    BROSIQ ist für genau diesen Ablauf gebaut: Mängelaufnahme mit Foto, Spracheingabe, PDF-Bericht und Betreiberportal in einem System – entwickelt von einem Brandschutzbeauftragten für Brandschutzbeauftragte.

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    Häufige Fragen

    Wie oft sollte eine Brandschutzbegehung stattfinden?

    Ein festes Intervall schreibt die DGUV Information 205-003 nicht vor. Die Häufigkeit richtet sich nach Gefährdungsbeurteilung, Nutzung und Vorgaben aus Baugenehmigung oder Brandschutzkonzept. In der Praxis sind ein- bis zweimal jährlich üblich, bei erhöhter Brandgefährdung häufiger.

    Wer ist für die Beseitigung der Mängel verantwortlich?

    Der Arbeitgeber bzw. Betreiber. Der Brandschutzbeauftragte berät, meldet und dokumentiert, entscheidet aber nicht über Maßnahmen und Budget.

    Wie lange sollten Begehungsberichte aufbewahrt werden?

    Eine einheitliche Frist gibt es nicht. Bewährt hat sich, Berichte mindestens so lange aufzubewahren, bis die Mängel nachweislich behoben sind, und darüber hinaus mehrere Jahre als Nachweis der Brandschutzorganisation.

    Begehungen schneller dokumentieren

    BROSIQ bündelt Mängelaufnahme, Bericht und Betreiberportal. Sehen Sie sich an, wie der Ablauf in der Praxis aussieht.

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